Sonntag, 15. September 2013

Einträge zu den Mythen ergänzen

Hydra (vierlköpfiges Ungeheuer, von Herakles/Hercules erlegt, Informationen siehe hier)

Je attraktiver ein Eintrag, desto eher wird er gelesen (und nicht bloß überblickt und weggeklickt). Attraktiv bedeutet aber nicht bloß schön anzusehen, sondern außerdem inhaltlich überzeugend und …

  • übersichtlich (Abstände, Schriften etc.)
  • vielfältig
  • informativ
  • sachlich nachvollziehbar
  • sprachlich korrekt
  • mit einem persönlichen Touch


Wie in der letzten Doppelstunde erwähnt, können einige von Ihnen noch mehr rausholen.
Hier einige Anregungen:

  1. die beiden Einträge voneinander separieren
  2. auf den Punkt bringen, wofür eine Figur besonders berühmt ist, z.B. Dido für den selbstgewählten Liebestod nach Aineas' Liebesverrat.
  3. Quelle der Geschichte, z.B. Homers ›Odyssee‹, Ovids ›Metamorphosen‹ etc. inkl. einem Auszug (siehe mein Eintrag zu Dido)
  4. Gemälde oder andere Abbildungen oder Medien (z.B. von youtube oder tumblr) nochmals suchen (dafür braucht man manchmal etwas Geduld)
  5. Gemälde etc. mit einem persönlichen Kommentar versehen, wie wir es mit den Bildern zu Figuren der ›Odyssee‹ getan haben, also eine persönliche Betrachtung, eine Interpretation etc..
  6. Den Eintrag auf diese (Punkt 5) oder andere Weise persönlicher gestalten 
  7. Rechtschreibung und Ausdruck nochmals prüfen.

Mittwoch, 11. September 2013

erzählte Mythen


Wer sich Mythen gerne erzählen lässt, ist bei Michael Köhlmeyer gut aufgehoben, ein österreichischer Schriftsteller, der nicht nur eigene Romane verfasst, sondern seit Jahren auch griechische und germanische Sagen nacherzählt.
Zum Beispiel zu Prometheus, Orpheus oder Philemon und Baucis.

Dienstag, 3. September 2013

Prometheus (Goethe)


Prometheus

Bedecke deinen Himmel Zeus
Mit Wolkendunst!
Und übe Knabengleich
Der Disteln köpft
5An Eichen dich und Bergeshöhn!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte
Die du nicht gebaut,
10Und meinen Herd
Um dessen Glut
Du mich beneidest.
Ich kenne nichts ärmers
Unter der Sonn als euch Götter.
15Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet wären
20Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.
Da ich ein Kind war
Nicht wußt wo aus wo ein
Kehrt ich mein verirrtes Aug
25Zur Sonne als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage
Ein Herz wie meins
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Wer half mir wider
30Der Titanen Übermut
Wer rettete vom Tode mich
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet
Heilig glühend Herz
35Und glühtest jung und gut
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben
Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
40Je des Beladenen
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
45Und das ewige Schicksal
Meine Herrn und deine.
Wähntest etwa
Ich sollt das Leben hassen
In Wüsten fliehn,
50Weil nicht alle Knabenmorgen
Blütenträume reiften.
Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde
Ein Geschlecht das mir gleich sei
55Zu leiden, weinen
Genießen und zu freuen sich
Und dein nicht zu achten
Wie ich!

Entstehung: 1772-74
Frühe Fassung

Montag, 19. August 2013

Dido

Wer?
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Hauptgestalt:

Dido – die Königin (und Gründerin) von Karthago (entspricht ungefähr dem heutigen Tunis)

Weitere wichtige Gestalten:

Menschen:

Anna: Schwester der Dido

Halbgötter

Aeneas – Held der Aeneis, gehört zur Gründungsgeschichte Roms; Sohn der Venus.

Götter

Venus, Iuno (– will Gründung von Rom verhindern), Iupiter, Merkur, ...

Mythen oder Figuren im weiteren Zusammenhang

Der Fall Troias (Homers Ilias)
Anchises = Aeneas' Vater, den er auf den Schultern aus dem brennenden Troia trägt

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Was?
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Auf den Punkt gebracht 

Eine Frauenfigur, die sich aus Liebeskummer heraus umbringt. Der Suizid geschieht sehr dramatisch: Als Dido sieht, dass ihr Geliebter Aeneas mit dem Schiff heimlich Karthago verlässt, lässt sie einen riesigen Scheiterhaufen am Strand errichten, auf dem sie verbrennt.

Die berühmteste Quelle: ›Aeneis‹ von Vergil (19. v. Chr.), Gründergeschichte von Rom.

Etwas genauer

Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Aeneas sowie Didos Tod sind ca. tausend Jahre jünger als die Figur an sich. Der römische Dichter Vergil erzählt die tragische Liebesgeschichte im Rahmen der ›Aeneis‹ .


Aeneas, Sohn von Anchises, verlässt das brennende Troja mit dem göttlichen Auftrag, ein neues Reich zu gründen. Am Ende einer langen Odyssee landet seine Flotte nach einem Sturm an der Küste Karthagos, wo er freundlich aufgenommen wird. Aeneas und Dido verlieben sich, werden zu einem Liebespaar und wollen fortan gemeinsam über Karthago herrschen.

Doch nun schalten sich die Götter ein. Jupiter persönlich erinnert Aeneas durch den Götterboten Merkur an seinen Auftrag, die Gründung Roms, und bringt Aeneas in ein Dilemma: Er muss seinem Schicksal folgen, was eine Verbindung mit Dido ausschließt. Nach einer Reihe von inneren und äußeren Konflikten trifft er schließlich heimlich Vorbereitungen für die Abreise und lässt die Segel setzen.

Als Dido das sieht, erfasst sie Todessehnsucht. Um ihre Selbstmordabsicht umsetzen zu können, muss sie ihre Schwester täuschen. Eine Priesterin habe ihr gesagt, sie könne sich vom Liebeszauber befreien, indem sie alles, was Aeneas zurückgelassen habe, verbrennt. Also lässt sie am Strand einen großen Scheiterhaufen errichten. Sie besteigt ihn, stürzt sich in das Schwert, das ein Geschenk von Aeneas war, und stirbt in den Armen ihrer Schwester Anna. Als später der Scheiterhaufen brennt, sieht Aeneas die Flammen aus der Ferne, doch natürlich kehrt er nicht um.

Im Grunde ist Dido das Opfer eines Streits zwischen Venus und Juno, stellt also sozusagen einen Kolateralschaden der Heldengeschichte von Aeneas dar. Eigentlich wurde sie von den Göttern instrumentalisiert, damit sich Aeneas und seine Mannschaft von der Irrfahrt und den vielen Kämpfen erholen konnte. Doch während Dido an eine Bindung glaubte, den Beischlaf gar als Eheschluss verstand, hatte Aeneas gar keine andere Wahl, als seinem Schicksal Folge zu leisten.

Die Geschichte ist ziemlich kompliziert, weil Vergil den feststehenden göttlichen Plan mit menschlichen Dramen verknüpft und das Ganze zu einer längeren dramatischen Handlung ausbaut. Viele Akteure, viele Motive, sehr menschlich, eine antike Soap, und doch nur ein Teil eines viel größeren Epos.

Das bleibende Bild von Dido ist das einer Frau, die in Liebeskummer dem Wahn verfällt und nicht mehr weiterleben möchte.

Textauszug aus der Aeneis:


Filme auf YouTube 

Comic-Kurzfassung der ›Aeneis‹
Dido wird erwähnt in 1:06-1:22 und vor allem 2:32-3:10

Bildliche Darstellungen








Aeneas erzählt Dido von seiner Odyssee (Pierre-Narcisse Guérin, F 1813)



Rezeption, Umsetzungen: